Betrieb von Kernkraftwerken bei großer Hitze

12.08.2026, 14:29

Status: Nicht abgeschlossen

Einige europäische Kernkraftwerke müssen als Folge der großen Hitze ihre Leistung drosseln oder ihre Stromproduktion ganz abstellen. Gründe dafür sind vor allem zu geringe Mengen an Kühlwasser aufgrund von Niedrigwasser der Flüsse oder Umweltauflagen, die eine zusätzliche Erwärmung der Flüsse verhindern sollen. Betroffen sind besonders Kernkraftwerke, die ihr Kühlwasser direkt aus Flüssen beziehen.

Kernkraftwerke verfügen über genaue Betriebsvorschriften für den Fall, dass die verfügbare Menge an Kühlwasser zurückgeht. Wenn aufgrund von Niedrigwasser des Flusses, der das Kernkraftwerk speist, nicht mehr genügend Wasser zur Kühlung  zur Verfügung steht, wird die Leistung gedrosselt oder das Kernkraftwerk gänzlich abgeschaltet. Die Kernkraftwerke benötigen zwar immer noch Wasser zur Kühlung, allerdings deutlich weniger als im Vollbetrieb. Die Kühlung ist somit auch bei Niedrigwasser sichergestellt.

Bei hohen Wassertemperaturen von Flüssen, spielt auch der Gewässerschutz für den Betrieb von Kernkraftwerken eine Rolle. Kernkraftwerke, die Wasser zur Kühlung aus einem Fluss beziehen, wärmen diesen mit dem zurückgeführten Kühlwasser leicht auf. Diese Erwärmung kann nachteilige Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen haben. Daher ist in den Betriebsvorschriften einiger Kernkraftwerke die Wassertemperatur des Flusses ausschlaggebend, ob ein Kernkraftwerk betrieben werden darf. Sicherheitstechnisch stellen die erhöhten Wassertemperaturen für Kernkraftwerke kein Risiko dar. Vielmehr geht es meist darum, das Gewässer vor zusätzlicher Erwärmung zu schützen.

Das aktuelle Niedrigwasser bzw. die erhöhten Wassertemperaturen der Flüsse sind daher kein Sicherheitsproblem für die Kernkraftwerke. Wesentliche Faktoren sind hierbei der Umwelt- und Gewässerschutz sowie die Energieversorgung, da weniger oder kein Strom erzeugt werden kann.

Betroffene Kernkraftwerke

Besonders vom Niedrigwasser der Donau betroffen sind das rumänische KKW Cernavoda und das ungarische KKW Paks. Das KKW Beznau in der Schweiz wurde aufgrund der hohen Wassertemperaturen des Flusses Aare abgeschaltet. In Frankreich haben mehrere KKWs ihre Leistung reduziert oder sind abgeschaltet.

Technischer Hintergrund

Kernkraftwerke erzeugen durch Kernspaltung Wärme, die zum Erhitzen bzw. Verdampfen von Wasser genutzt wird. Der Wasserdampf treibt Turbinen an, die Strom erzeugen. Diese Dampfturbinen müssen gekühlt werden, um die bei der Stromerzeugung anfallenden Restwärme (Wärme die nicht in Strom umgewandelt wird) abzuführen. Diese Kühlung erfolgt über ein eigenes Kühlsystem, entweder über Kühltürme oder wenn das Kernkraftwerk an einem Fluss liegt, direkt mit Flusswasser. Wenn ein Kernkraftwerk seine Leistung reduziert oder seine Stromproduktion einstellt, entsteht weit weniger Restwärme als im Normalbetrieb.  Die Kühlung des Kernkraftwerks ist dann auch bei geringen Mengen an Kühlwasser sichergestellt.