Seit Beginn der Kampfhandlungen am 28. Februar 2026 beobachtet die Abteilung Strahlenschutz im BMLUK die radiologische Lage im Iran und den umliegenden Staaten genau.
Angriffe auf Nuklearanlagen im Iran könnten radiologische Auswirkungen in der Umgebung zur Folge haben.
Für Österreich besteht selbst im Falle einer großen Freisetzung in einer iranischen Anlage keine Gefahr. Eine Betroffenheit Österreichs ist wegen der großen Entfernung auszuschließen.
Die iranische Atomaufsichtsbehörde meldete über die Internationale Atomenergie Organisation (IAEO) folgende Ereignisse:
- Luft- und Raketenangriffe auf die iranische Urananreicherungsanlage in Natanz am 21. März 2026. Es gab keine Hinweise auf eine Freisetzung radioaktiver Stoffe. Die IAEO hatte bereits Anfang März Angriffe auf die Anlage bestätigt. Die unterirdische Anlage wurde im Sommer 2025 durch amerikanische Angriffe schwer beschädigt.
- Angriffe auf die Shahid Rezayee Nejad Anlage in der Provinz Yazd am 27. März 2026. Diese Anlage produziert sogenannten „Yellow Cake“, ein Uranoxid-Konzentrat, das durch die Aufbereitung von Uranerz gewonnen wird und als zentraler Ausgangsstoff sowohl für die Herstellung von Kernbrennstoff als auch nach weiterer Anreicherung potenziell für militärische Anwendungen, einschließlich Kernwaffen, verwendet werden kann. Die Strahlungswerte außerhalb der Anlage waren laut Meldung nicht erhöht. Es wurde keine Kontamination festgestellt.
- Am 17., 25. und 27. März 2026 wurden Einschläge von Geschossen auf dem Gelände des Kernkraftwerks Buschehr gemeldet, wobei es weder Sachschäden noch Verletzte gab. Am 4. April 2026 schlug ein Geschoss in unmittelbarer Nähe des Kernkraftwerksgeländes ein. Ein Mitarbeiter des Sicherheitspersonals kam ums Leben, ein Nebengebäude der Anlage wurde beschädigt. Bislang gibt es keine Informationen über eine Beschädigung des Kernkraftwerks selbst.
- Luft- und Raketenangriffe auf iranische Industrieanlagen, in denen radioaktive Quellen (zum Beispiel Kobalt oder Cäsium) verwendet werden. Betroffen von den Angriffen waren die Stahlfabriken Khuzestan (27. März 2026), Eshahan´s Mobarakeh (31.März 2026) und Sefid Dasht (1. April 2026) sowie petrochemische Anlagen in der Provinz Khuzestan (4. April 2026). Laut iranischer Behörde kam es zu keinen Freisetzungen und erhöhten Strahlungswerten außerhalb der Anlagen.
Die IAEA bestätigte aufgrund von Satellitenbildern, dass die Schwerwasserproduktionsanlage in Khondab, die laut iranischen Angaben am 27. März angegriffen wurde, schwer beschädigt und außer Betrieb ist. Die Anlage enthält laut offiziellen Angaben kein nukleares Material.
Der Forschungsreaktor in Teheran ist von den Angriffen bisher nicht betroffen.
Die Abteilung Strahlenschutz des BMLUK beobachtet die Lage laufend und informiert weiterhin.